Die Eibenfreunde und ihr Wahlspruch "Schützen durch Nützen"


Eibenfreunde - Taxus baccata


wird zu den Nadelgehölzen gezählt, unterschei- det sich aber von diesen deutlich. In den unter- seitigen Spaltöffnungen der Blätter (Nadeln) gibt es keine Wachspropfen und deswegen nicht die für Nadelbäume üblichen weißlichen Längsstrei- fen. Es gibt keine Sklerenchymzellen und somit keine Hypodermis zur Blattverstärkung. Die "Na- deln" sind deswegen weich. Auch fehlen in den Leitbündeln der Blätter Harzkanäle.

Es wird eine Scheinfrucht aus einer ringförmigen Wucherung am Grund der Deckhülle um die Sa- menanlage gebildet, welche vom Volksmund fäl- schlicherweise als Beere bezeichnet wird.


 


Gewöhnlich ist die Eibe zweihäusig, bildet also männliche oder weibliche Individuen aus. Links ist eine makroskopische Auf- nahme der männlichen Eibenblüte zu se- hen.

Immer wieder kommt es vor, dass an ein- zelnen Eiben beide Geschlechter in Er- scheinung treten. Es tritt dann ein ein- zelnen oder mehreren Zweigen das ande- re Geschlecht in Erscheinung. Aber auch unmittelbar nebeneinanderstehende männ- liche und weibliche Blüten hat man schon beobachtet.



Rechts sieht man die weibliche Eibenblüte. Es tritt bei ihr gerade der Flüssigkeitstrop- fen aus, der den anfliegenden Pollen der männlichen Blüte aufnimmt. Der Eibenpollen tritt oft als regelrechte Wolke auf und ver- mag kilometerweit zu fliegen.

Bis auf den roten (oder gelegentlich auch gelben) Arillus (so lautet die korrekte Be- zeichnung für die becherförmige Samen- umhüllung) sind alle Teile der Eibe giftig. Möglicherweise ist es schon durch die Pol- lenwolken zu Vergiftungen gekommen, denn es wird berichtet, dass man beim Ru- hen unter Eiben Halluzinationen gehabt habe.




An der jungen Samenumhüllung erkennt man, wie sich dieselbe durch ihr Wachstum langsam über den Samen schiebt. Später verdeckt sie ihn dann vollständig und nur durch die sich nicht schlie- ßende runde Öffnung kann man noch die Spitze des Samens sehen. 


Die aktuelle Buchveröffentlichung von Fred Hageneder "Die Eibe in neuem Licht" beschreibt sehr anschaulich mit einer reichhaltigen fotogra-phischen Dokumentation die vielgestaltige botani- sche Seite der Eibe.