Die Eibenfreunde und ihr Wahlspruch "Schützen durch Nützen"

Programm der 24. Internationalen Eibentagung

in Göttingen und der umgebenden Region

Mittwoch, 4. Oktober 2017
9:00 Abfahrt mit Bus von den Tagungshotels (für die auswärtigen Gäste)
10:00 – 12:30
Besuch der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt 

In Hann. Münden befindet sich die Abt. Waldgenressourcen der Versuchsanstalt. Bei der Vorstellung werden thematische Schwerpunkte und aktuelle Arbeitsberei-che dieser Einrichtung präsentiert.
Für alle Teilnehmer, die mit eigenem PKW anreisen:

Professor-Oelkers-Straße 6, 34346 Hann. Münden
12:45 Mittagessen im Ratsbrauhaus Hann. Münden, der Bus bleibt vor Ort und bringt die Teilnehmer von der Versuchsanstalt zum Ratsbrauhaus (Marktplatz 3, 34346 Hann. Münden)
14:15
Besichtigung des alten Botanischen Gartens in Hann. Münden
Die Führung macht VOLKER MENG. Er ist der Technische Leiter des Forstbota-nischen Gartens der Universität Göttingen (Mitcherlichstraße 5, 34346 Hann. Münden,
15:45 Rückfahrt mit dem Bus zu den Tagungshotels
Falls spontan gewünscht, kann der Bus die Interessierten (an einer kurzen Führung von Herrn Meng durch den Forstbotanischen Garten der Universität Göttingen) dort absetzen. Das liegt auf dem Weg zu den Hotels und ist nur 'ein Schlenker'. Alle übrigen werden direkt zu den Tagungshotels gefahren.
19:30 Gemütliches gemeinsames Abendessen im Landgasthaus Lockemann.

Donnerstag, 5. Oktober 2017
Vorträge, Impulsreferate & Diskussionen: Universität Göttingen, Forstfakultät
9:00

'Vom Saulus zum Paulus…'
OTTO BECK, der ehemalige Amtsleiter des FoA Reinhausen berichtet von seinen persönlichen Erfahrungen mit der Eibe. Besonders von Interesse ist, dass er nicht von Beginn an als Freund dieser Baumart gestartet ist. Seine entsprechende Ent-wicklung und wie es dazu kam, der Eibe langsam doch eine gewisse Sympathie entgegenbringen zu können, wird er uns in seinem Bericht erläutern.
9:30

Die breite Amplitude geeigneter Standorte der Eibe
Hartnäckig hält sich die Auffassung, die Eibe würde nur auf Kalk-Standorten günstige Wachstumsbedingungen vorfinden. Leider führt dieses immer noch sehr verbreitete 'Förster-Märchen' dazu, dass viele Forstleute nicht auf den Gedanken kommen, die Eibe ggf. auch in ihren Revieren einzusetzen. FRIEDEMANN WENDT wird in seinem Referat versuchen, die Vielfalt der für Eiben geeigneten Standorte zu präsentieren. Wir hoffen, der Effekt wird sein, viele Eiben-Neuein-steiger zu Experimenten mit dem Nadelbaum zu motivieren … !
10:00

Ökophysiologische Reaktionen der Eibe  in unterschiedlichen Lichtregimen
MAXI BINDER (TU Dresden) wird von den ersten Ergebnissen, die sie bei Unter-suchungen im Zuge ihrer Dissertation gewonnen hat, berichten. In der Arbeit wird u.a. untersucht, wie sich die Wasserleitfähigkeit, die jeweilige Photosynthese-leistung und die Anatomie (der 'Versuchs-Eiben') bei unterschiedlicher Licht-exposition verhalten. Der vollständige Titel der Arbeit lautet:
'Ableitung eines waldbaulichen Handlungsrahmens zu Förderungs- und Erhal-tungsmaßnahmen für Gemeine Eibe (Taxus baccata L.) und Stechpalme (Ilex aquifolium L.) aus Untersuchungen der hydraulischen Eigenschaften beider Arten.'
Dieses Thema dürfte für Eiben-Praktiker von großem Interesse sein, verspricht es doch neue Erkenntnisse zum Lichtfaktor – und dessen Wirkungen auf z.B. die Wuchsleistungen. Vielleicht lassen sich aus den Ergebnissen der Untersuchungen Schlüsse ziehen, mit welchen waldbaulichen Maßnahmen die Eibe in Bezug auf das Lichtregime fördernd zu behandeln ist?
Nach dem Vortrag sind selbstverständlich Fragen und eine Diskussion möglich.
11:00  Kaffee-Pause
11:30
Neue Gedanken zur Baumalterung und Eindrücke von englischen Methusalem-Eiben

Prof. Dr. ANDREAS ROLOFF (TU Dresden) wird uns zum Ausklang des Vor-mittags gedanklich auf einen Ausflug nach England mitnehmen, zu besonderen Exemplaren alter Eiben.
12:30 Mittagspause ('Ambulantes Catering' durch die HAWK-Cafeteria: belegte Brötchen, Snacks, Getränke, etc.)
14:30
Amtsleiter- und Revierleiterwechsel: Welche Folgen kann das für die Eibe haben? Was bedeutet das, wenn eine neue Amtsleitung plötzlich mit Eibenflächen konfrontiert ist?
Es geht hier allerdings nicht nur allein um die Frage, welche Folgen ein Leitungs-wechsel haben kann oder was geschieht, wenn ein 'Eiben-Revier' an einen Nach-folger weitergegeben wird. Wir wollen generell auch kritische Gedanken zum Eibenanbau zulassen und wir wollen beleuchten, wie (in der modernen, stark auf Betriebswirtschaft ausgerichteten, Forstwirtschaft) eine 'exotische Baumart' in den Betriebsablauf passen kann. Um zum gegenseitigen Verständnis zwischen Eibenfreunden und Eibenskeptikern beizutragen, halten wir den gemeinsamen Austauschen von Gedanken und Erfahrungen für sinnvoll. Im besten Fall kann man so vielleicht voneinander lernen.
Eine Podiums-Diskussion will versuchen, ein kleines Spektrum von Meinun-gen und Erfahrungen abzubilden.

Beiträge aus dem Auditorium sind willkommen.
SUSANNE GOHDE (Moderation / Deutscher Forstverein)
AXEL PAMPE (Amtsleitung FoA Reinhausen, Niedersachsen)
OTTO BECK (ehemaliger Amtsleiter FoA Reinhausen)
MARTIN GEISEL (Amtsleitung FoA Göppingen, Baden-Württemberg)
GÜNTER KOCH (Revierleiter Rfö. Liebenau, Hessen)
15:30
SEPP RIEDERER (Forstbüro Ostbayern) wird in seinem Vortrag auf zwei thematische Bereiche seinen Fokus setzen:
- 1 - Betrachtung der Eibe unter dem Aspekt des Klimawandels
Der Klimawandel stellt für den Waldbau eine sicherlich große Herausforderung dar. Diese klimatischen Veränderungen bedeuten möglicherweise gleichermaßen Chancen und Risiken. Das Einbringen der Eibe soll unter diesem Gesichtspunkt näher betrachtet werden. Welche waldbaulichen Konzepte und Perspektiven könnten sich daraus ergeben?
- 2 - Anbau der Eibe im Klein- und Großprivatwald
Welchen Sinn und Zweck hat im Privatwald der Eibenanbau?
Erste Erfahrungen aus Bayern werden vorgestellt und die Ziele, die mit dem Anbau verknüpft sind, thematisiert. Als Vorbild dient u.a. ein Konzept der systematischen Eibeneinbringung vom FoA Kelheim (Bayerische Landesforsten). Im Vorspann wird dieses erläutert. Wenn man für den Anbau der Eibe werben möchte, ist es sicherlich sinnvoll, über die Landesforsten hinausgehend, auch private Waldbesitzer für den Gedanken zu gewinnen, die Eibe waldbaulich zu berücksichtigen.
16:00 Kaffee-Pause
16:30
Die Eiben im Gebiet der Graburg (Nordhessen)
EKKEHARD ROGÉE ( FoA Wehretal): Es wird eine Vorstellung des Gebietes geben und die Behandlungskonzepte werden erläutert. Besonders spannend ist, dass in dem Revier natürliche Eibenvorkommen vorhanden sind, die sukzessive um Neu-Anbauten erweitert und ergänzt worden sind. Es werden die Unterschie-de zwischen natürlichen Vorkommen und gepflanzten Beständen dargestellt und die Erfahrungen mit diesen Flächen vorgetragen. Weiterhin geht es um Fragen zu Mischbaumarten, (Pflanz-)Verbänden, Schutz (Gatter bzw. Einzel), Wertastung / natürliche Astreinigung.
17:00
'Viele Wege führen zum Ziel…'
Das 'Reinhäuser-Modell', die Eibe als dienende Baumart unter der Eiche einzu-setzen, ist mittlerweile weithin bekannt. Dort hat die Eibe eine waldbaulich klar definierte Aufgabe zur Schaftpflege. Was aber passiert in Beständen, die für ein solches Konzept nicht geeignet sind, also z.B. auf Standorten, auf denen die Buche dominiert? Um beispielsweise dort die Eibe zu erhalten, muss oft über lange Zeit die Buche regelmäßig (pflege- und kostenintensiv) zurückgedrängt werden.
Hier sollen Gedanken und Ideen vorgestellt und ausgetauscht werden, wie die Eibe ggf. trotz Buchendominanz einen Raum finden kann und welche  Zielset-zungen (wirtschaftliche und/oder 'nur' schützende?) damit verbunden sein könnten. Welche weiteren Baumart-Mischungen sind denkbar? Wie könnten entsprechende mehrschichtige Bestände aussehen, in denen die Eibe integriert ist? Auch sollen hier Aspekte wie die Fruktifikation der Eibe angesprochen werden und damit die Frage, ab wann die Eibe sich durch eine selbstgetragene Samen-verbreitung sukzessive stabilisiert.
Nach einem kurzen Input von OLIVER MUTH (Forstrevier Beilstein / Heilbronn) und NN, wollen wir dieses Themenspektrum in Form einer moderierten Dis-kussion versuchen zu beleuchten. Es geht auch hier darum, für einen Anbau der Eibe zu werben und die vielfältigen Möglichkeiten und Konzepte – im Sinne des 'Appetitmachens' – zu präsentieren: Also die Eibe als eine von vielen Baumarten zu begreifen, die im Sinne eines Zukunftpotenzials breitflächig verteilt auf den verschiedensten Flächen stehen und erhalten werden sollte.
18:00 voraussichtliches Ende
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19:30 Gemeinsames Abendessen im Gasthaus Lockemann
Im Anschluss Aussprache der Eibenfreunde.
(Für die Tagung sind hier Zimmer für Teilnehmende reserviert)


Freitag, 6. Oktober 2017
Tages-Exkursion zu den Eibenflächen im Forstamt Reinhausen
Seit rund 35 Jahren sind auf einigen Revierflächen Eiben angebaut worden. Die Zielsetzung,  die mit der Eibe verbunden war, ist, sie als dienende Baumart unter der Eiche zur Schaftpflege einzusetzen. ('Reinhäuser-Modell')
Während der Exkursion wollen wir uns verschiedene Flächen anschauen. Dabei geht es auch um die Bestandsaufnahme dazu, welche Konzepte sich - nach aktuell-em Stand der Erfahrungen – als gut herausgestellt haben, und welche Dinge mög-licherweise nicht optimal gelaufen sind.
Die Exkursion soll Anlass bieten, viele Waldbilder zu studieren, intensiv in das Gespräch zu kommen und den Erfahrungsaustausch unter Praktikern anzuregen. Ebenso wollen wir mit dieser Exkursion einmal mehr versuchen, Appetit auf die Eibe zu machen; ganz besonders bei 'Neulingen' und beim forstlichen Nachwuchs.
Die thematische Vielfalt dessen, was in den Fokus der Aufmerksamkeit kommen kann, dürfte groß sein:
- Grundsätzliche waldbauliche Zielsetzungen im Zusammenhang mit der Eibe
- Pflanzenherkünfte, Pflanzverbände
- Schutzmaßnahmen
- Wertästung
- Pflege
- Kosten- / Nutzen-Abwägungen
- …
9:00 Abfahrt in Göttingen per Bus, für alle Teilnehmer, die in den beiden Tagungshotels untergebracht sind.
10:00 Exkursionsbeginn
Treffpunkt Parkplatz Reintal (für Anreisende im eigenen PKW - Reintalstraße, 37130 Gleichen / Reinhausen)
12:30 Mittagspause (Verpflegung aus dem Rucksack)
15:30 Ende der Exkursion
Je nach Intensität der Diskussionen und in Abhängigkeit von der Aufmerksam-keitsspanne der Teilnehmenden, wird das Ende der Veranstaltung etwas variabel in Bezug auf den Zeitpunkt sein. Wenn es gewünscht wird, können die Teilnehmer nach der Exkursion im nahen Ort Bremke im Gasthaus 'Jütte' einkehren. Der Bus wird dort hinfahren.
Im Anschluss Rückfahrt des Busses nach Göttingen zu den Quartieren.
(Gasthaus Jütte, Heiligenstädter-Straße 4, 37130 Gleichen / Bremke)


Samstag, 7. Oktober 2017
Tagesfahrt und Exkursion nach Hameln
Für alle Teilnehmer, die zum Abschluss der Eibentagung noch Energie und Lust haben, bietet die Fahrt nach Hameln einen Tag des (Wald-)Genießens!
OTTMAR HEISE (Stadtforstamt Hameln) wird die Gruppe durch sein Revier führen und viele Waldbilder präsentieren, die für Begeisterung sorgen werden.
Es gibt selbstverständlich einige Eibenflächen zu besichtigen, aber der Fokus soll ausdrücklich weit über die Eibe hinausgehen. Ein echtes 'Highlight' ist ein Bestand von Esskastanien, der seit kurzer Zeit auch zur Saatgut-Gewinnung zertifiziert ist.
Diese Fahrt findet optional statt, wenn sich im Vorfeld genügend Interessenten finden. Die maximale Teilnehmerzahl sollte 25 Personen nicht zu stark über-schreiten.
8:30
Abfahrt in Göttingen per Bus
Für alle Teilnehmer, die in den beiden Tagungshotels untergebracht sind. Wir werden einen 'Sprinter-Bus' chartern, der 16 Personen mitnehmen kann. Alle übrigen werden in kleinen Gruppen mit privaten PKW fahren. 
Zur Mittagspause werden wir in einem Restaurant einkehren.
Ende der Exkursion gegen 15:00, anschließend Rückfahrt nach Göttingen
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Für Rückfragen, Anregungen, Ergänzungen, Kritik etc.
Mathias Venus
Königsallee 32
37081 Göttingen
0551 – 306 64 68
eibe@mathiasvenus.de

Vorreservierte Unterkünfte

1.) Landgasthaus Lockemann 

in Herberhausen: Mit PKW von der Uni in 4 - 5 Minuten, notfalls auch zu Fuß erreichbar. Im Restaurant gutes Essen, im besten Sinne gutbürgerlich, rustikal. 

Sehr beliebt in Göttingen. 

http://landgasthaus-lockemann.de/hotel/  

Tel. +49 (0)551 - 20 90 20 

info@landgasthaus-lockemann.de 

Reserviert sind 8 EZ + 13 DZ 

und die Abendessen

am 4., 5. + 6. Okt.

2.) Hotel Beckmann 

in Nikolausberg. Von der Uni aus den Berg hoch, zu Fuß in ca. 15 Minuten erreichbar. 

http://www.hotel-beckmann.de/de 

Tel. +49 (0)551 - 20 90 80 

mail@hotel-beckmann.de

Reserviert sind  8 EZ + 2 DZ

Beide Hotels haben nur einen Teil der Zimmer mit eigener Dusche und WC, die anderen Zimmer müssen sich mit Duschen und WCs auf der Etage abfinden. 
 

Anzahl und Preise der Zimmer pro Person und Nacht, mit Frühstück bei …

Landgasthaus Lockemann:

4 Doppelzimmer mit Etagendusche+WC:     27,50 € 
8 Doppelzimmer mit eigener Dusche+WC:   40,- €

1 DZ + 1 zusätzliches Bett, mit gemeinsamer Dusche+WC: insges. 100,- € pro Nacht

8 Einzelzimmer mit Etagendusche+WC:       35,- € 

Hotel Beckmann:

1 Doppelzimmer mit Etagendusche+WC:     34,- € 
1 Doppelzimmer mit eigener Dusche+WC:   44,50 €

3 Einzelzimmer mit Etagendusche+WC:       42,- € 
5 Einzelzimmer mit eigener Dusche+WC:    59,- € 

Wer zuerst bucht, kann noch wählen; wer länger wartet, muss nehmen was übrig ist.

Die Zimmer bitte direkt bei den Hotels buchen mit dem Stichwort 'Eibentagung'!